
Seit der Kongress „HIV im Dialog“ im Jahr 1998 zum ersten Mal Betroffene und Experten zum Austausch zusammenführte, hat sich sehr viel verändert – nicht nur wegen des medizinischen Fortschritts. Auch der öffentliche Umgang mit HIV und Aids ist ein anderer geworden: Aids ist kein Tabuthema mehr. Und mit dem HI-Virus infizierte oder an Aids erkrankte Menschen und ihre Familien erfahren heute mehr Unterstützung und Solidarität.
Man darf sich jedoch auch nicht in Sicherheit wiegen: Aids ist noch immer eine schwere, lebensbedrohliche Krankheit. Und auch Vorurteile und Diskriminierungen gibt es nach wie vor. Viele Betroffene müssen immer wieder leidvoll erfahren, dass Solidarität mit Infizierten und Kranken auch hierzulande längst keine Selbstverständlichkeit ist. Deshalb bleiben Veranstaltungen wie der Kongress „HIV im Dialog“ auch heute so wichtig.
Und wichtig ist auch der Schwerpunkt, den der Kongress diesmal setzt. Er lautet „Die Liebe in Zeiten von Aids“ und verweist darauf, dass jede und jeder selbst dafür Verantwortung trägt, sich nicht leichtfertig ungeschützt einem Risiko auszusetzen. In diesem Zusammenhang begrüße ich es sehr, dass es nach dem Erfolg im vergangenen Jahr auch diesmal wieder einen Schülertag geben wird, um junge Menschen für das wichtige Thema Prävention zu sensibilisieren.
In diesem Sinne danke ich allen, die für „HIV im Dialog“ stehen, herzlich für ihr Engagement. Ich wünsche der Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder einen regen Zuspruch, vor allem aber jenen vielen Menschen, die sich in Berlin für Aufklärung und Mobilisierung einsetzen, weiterhin sehr viel Erfolg bei ihrer unverzichtbaren Arbeit.
Klaus Wowereit
Regierender Bürgermeister von Berlin