HIV im Dialog 2008

Tagesprogramm Samstag 13. September 2008

 

9:00-9:30 Uhr

 
 

Rotunde

Frühstück in der Rotunde des 3. Obergeschosses 
 

9:30-11:00 Uhr  
  Louise-Schroeder-Saal


Die Zukunft der HIV-Schwerpunktpraxen?

In Deutschland und besonders in Berlin hat sich ein hervorragendes Netz an HIV-Schwerpunktpraxen zur ambulanten Versorgung von Menschen mit HIV und AIDS herausgebildet. Durch Sparmaßnahmen einzelner Kassenärztlicher Vereinigungen und als Folge der Gesundheitsreform ist die Zukunft der HIV-Schwerpunktpraxen ungewiss. In diesem Symposium soll mit wichtigen Akteuren der Gesundheitspolitik über die Zukunft der ambulanten HIV-Versorgung diskutiert werden und Modelle zu deren finanzieller Absicherung aufgezeigt werden.

Mit PD Dr. Keikawus Arastéh (Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin), Ulrike Elsner (Verband der Angestellten Krankenkassen, Siegburg), Armin Goetzenich (Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V., Aachen), Dr. Bernhard Rochell (Vorstand, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin) und Dietmar Schranz (Vorsitzender, Arbeitskreis AIDS der niedergelassenen Ärzte Berlin e.V.)

Ferdinand-Friedensburg-Saal

Depressionen und Angst - bei HIV und AIDS

Das Leben mit HIV bedeutet nicht nur ein Risiko für körperliche Erkrankungen sondern auch für seelisches Leiden. Auf Probleme im privaten wie im beruflichen Umfeld reagieren Betroffene häufig mit Ängsten und Depressivität. Psychische Veränderungen beeinflussen unsere Lebensweise; der Umgang mit ihnen kann Betroffene, Angehörige und Freunde verunsichern und überfordern. Manchmal können sich seelische Störungen selbst verstärken und tiefer in eine ernste Erkrankung münden. Die Veranstaltung will zum Verständnis von Angst und Depression beitragen und Wege aufzeigen, aus diesem Problem herauszufinden. Sie soll eine Orientierungshilfe sein, wann und wie therapeutische Hilfe möglich, sinnvoll oder notwendig sein kann. Medikamentöse Behandlungswege, Verfahren der Psychotherapie und der Zugang zu ärztlicher bzw. therapeutischer Hilfe werden in zwei Referaten vorgestellt. Der letzte Teil der Veranstaltung ist der Diskussion und dem Austausch im Plenum gewidmet.

Mit Jens Ahrens (Moderation; Berliner Aids-Hilfe e.V.), Elmar Fleischer (Psychiater, Psychotherapeut, Schwerpunktpraxis, Berlin) und Andreas Mertens (Psychiater, Schwerpunktpraxis, Berlin)

Herrmann-Waesemann-Saal

Die Sache mit der Liebe ...

Schwule Männer sind in der Regel gut informiert über HIV, gehen aber trotzdem hin und wieder Risiken ein, beispielsweise im Rahmen von Beziehungen. In diesem Forum stellen wir Aussagen schwuler Männer zu ihrem Risikoverhalten vor und gehen der Frage nach, ob Männer, die gerade positiv getestet worden sind, eigentlich ein anderes Risikoverhalten zeigen, als die Männer, die sich nicht infiziert haben. Hierzu werden empirische Ergebnisse präsentiert. In einem zweiten Schritt geht es um die Frage, wie die Motivation zum Safer-Sex, unter Berücksichtigung der von den Männern berichteten Risiken, gestärkt werden kann. Wenn bspw. der Risikofaktor Liebe eine Rolle spielt, wie dann über dieses Risiko aufklären, ohne die Liebe zu verdammen, was in der Zielgruppe auf Ablehnung stoßen würde? Eine psychologische Theorie des Lernens wird umrissen, um dann in der Diskussion zu überlegen, wie ein Lernprozess rund um Safer-Sex heutzutage angestoßen werden kann.

Mit Marcus Behrens (Psychologe, Mann-O-Meter e.V., Berlin) und Christof Zirkel (Psychologe,Mann-O-Meter e.V., Berlin)

Raum 319


Ehre und Amt - Engagement in Bewegung

Aids-Hilfe Arbeit beginnt in den 80er Jahren und gründete sich auf die Initiative einzelner Männer. Nicht länger wollten sie dem Sterben ihrer Weggefährten tatenlos zusehen. Sie klärten auf zum Beispiel indem sie Männer kondomierten und wehrten sich so gegen soziale Ausgrenzungen und ein versagendes Gesundheitssystem. Schnell folgten andere solidarische Männer und Frauen, schnell wurde aus der Selbsthilfe und dem ehrenamtlichen Engagement eine soziale Bewegung. Im Laufe der 25-jährigen Geschichte veränderte sich vieles. Die Diskussion wird der Frage nachgehen, welche Selbsthilfeformen heute von HIV-positiven Menschen gebraucht werden, wo das ehrenamtliche Engagement heute steht und wie es sich perspektivisch weiterentwickeln könnte. Dabei wird auch zu fragen sein, welche politischen Maßnahmen zur Förderung der Selbsthilfe und des Ehrenamts förderlich wären und gefordert werden sollten.

Mit Anette Lahn (Moderation; Ehrenamtsmanagerin, Berliner Aids-Hilfe e.V.), Andrea Fischer (Bundesministerin für Gesundheit a.D., Mitglied des Deutschen Bundestages a.D.), Dr. Ansgar Klein (Geschäftsführer, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Berlin) und Karl Lemmen (Referatsleiter Qualitätsentwicklung, Deutsche AIDS-Hilfe e.V., Berlin)

Raum 350


In der Arbeitswelt abgeschrieben? - HIV/AIDS in der Arbeitsmedizin

Die meisten HIV-Positiven sind erwerbstätig und viele arbeitslose HIV-Infizierte versuchen, wieder im 1. Arbeitsmarkt Arbeit zu finden. Deshalb ist die Beurteilung der HIV-Infektion aus der Sicht der Arbeitsmedizin wichtig. Obwohl HIV-Positive durch die Therapiefortschritte wieder leistungsfähige Arbeitnehmer/innen sind, stoßen sie im Erwerbsleben immer noch auf massive Vorurteile und Diskriminierungen. Deshalb soll neben Informationen aus der Arbeitsmedizin zu HIV/AIDS vor allem die Frage diskutiert werden, was die Arbeitsmedizin durch Aufklärung und Information zum Abbau von Vorurteilen und Diskriminierungen in der Arbeitswelt beitragen kann.

Mit Silke Eggers (Moderation; Deutsche AIDS-Hilfe e.V., Berlin), Ralph Ehrlich (Berliner Aids-Hilfe e.V.), Dr. Sabine Griebel (Stellvertretende Vorsitzende, Verband Deutscher Betriebs- und Werkärzte (VDBW) e.V. Landesverband Berlin), Renée Hyzdal (JobCenter Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin) und Dr. Elisabeth Rosenkranz (Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH, Berlin)

Raum 219


Tumorerkrankungen bei HIV - Was kann man tun?

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass zunehmend Menschen mit HIV an bösartigen Tumoren erkranken. Insbesondere auch nicht AIDS-definierende Tumore spielen dabei eine größer werdende Rolle. Optimale Therapien sind bisher nicht definiert, meist richtet sich die Therapie aber nach den Empfehlungen für HIV-negative Tumorpatienten.

Anhand der häufigsten Tumorerkrankungen bei HIV sollen die derzeitigen Therapiestrategien und -chancen diskutiert werden. Außerdem wird anhand eines Falls einer geglückten Knochenmarkstransplantation eines HIV-Patienten gezeigt, wie hämatologisch/onkologische Therapieverfahren u. U. einen günstigen Einfluss auf die HIV-Infektion nehmen können.

Mit Dr. Jan Siehl (Moderation; Schwerpunktpraxis, Berlin), Dr. Gero Hütter (Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin), Dr. Andreas Kirsch (Onkologischer Schwerpunkt am Oskar-Helene-Heim, Berlin) und Dr. Markus Müller (Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin)

11:15-12:45 Uhr  
 

Louise-Schroeder-Saal


MSD Sharp & Dohme-Symposium:

HIV im Versorgungsnetz Berlin: Visionen, Impulse, Tatsachen

Der Wandel des Gesundheitssystems geht auch an dem Berliner HIV-Netzwerk nicht vorbei … Wo soll der Weg hingehen aus Sicht der verschiedenen Beteiligten? Diese Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, um gemeinsam über das Ist und die Zukunft des Versorgungsnetzes Berlins zu diskutieren. Vorangestellt sind jeweils kurze informative Impulsvorträge der Referenten.

Mit Armin Goetzenich (Moderation; Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V., Aachen), Jens Ahrens, M.A. (Berliner Aids-Hilfe e.V.), Dr. Martin Kübler (Schwerpunktpraxis, Berlin), Prof. Dr. Manfred L‘age (ehemaliger Chefarzt der II. Inneren Abteilung, Auguste-Viktoria-Krankenhaus, Berlin) Michael Münch (Felix Pflegeteam gGmbH, Berlin) und Christian Winhausen (Witzleben Apotheke, Berlin)

Ferdinand-Friedensburg-Saal

Roche-Symposium:

Chancen der Hepatitis-C-Therapie heute und morgen

Sowohl bei HCV-mono- als auch bei HIV-koinfizierten Patienten können durch die antivirale Therapie mit pegyliertem Interferon und Ribavirin gute Heilungschancen erreicht werden. Eine Individualisierung der Therapie sowie verbessertes Nebenwirkungsmanagement haben zu der kontinuierlichen Steigerung der Heilungsraten wesentlich beigetragen. Die Durchführung der Therapie erfordert jedoch eine spezielle Kompetenz des behandelnden Arztes. Die Therapietreue des Patienten ist weiterhin grundlegende Voraussetzung für den Therapieerfolg. Die Erforschung von Protease- und Polymeraseinhibitoren stellt vielversprechende Chancen für die Zukunft dar. Da es jedoch unklar ist, wann diese Therapeutika zur Verfügung stehen ist es ratsam, bei bestehender Indikation eine Behandlung zu beginnen und nicht auf unbestimmte Zeit zu warten.

Individualisierte Therapiekonzepte und Management von Co-Infektion, Co-Morbiditäten und möglichen Nebenwirkungen werden vorgestellt.

Mit Prof. Dr. Thomas Berg (Moderation; Charité Campus Virchow-Klinikum, Berlin) und Dr. Uwe Naumann (Schwerpunktpraxis, Berlin)

Herrmann-Waesemann-Saal

BMS-Symposium:

Wirksame HIV-Therapie einfach gestalten - Zukunftsvision oder Realität?

Workshop: Ausschließlich für Ärzte und Apotheker

Unter der Überschrift Einfach ist einfach einfach referiert Prof. Stellbrink zur Bedeutung der Adhärenz in der HIV-Therapie. Im zweiten Referat wird Dr. Gölz das Fundament der Langzeittherapie erörtern. - First choice ist the best.

Mit Dr. Jörg Gölz (Schwerpunktpraxis, Berlin) und Prof. Dr. Hans-Jürgen Stellbrink (Schwerpunktpraxis, Hamburg)

Raum 319


HIV und Alter I

Mit der Verbesserung der medizinischen Versorgung erhöht sich die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen. Die Zahlen der HIV-Neudiagnosen in der Altersgruppe der 40 bis 60-jährigen Männer in Westeuropa steigen an.

Die höhere Lebenserwartung hat zur Folge, dass Positive auch mit anderen in zunehmendem Alter häufiger auftretenden Krankheiten konfrontiert werden.

Verändern sich Erfahrungen mit dem eigenen Körper nach jahrelanger Medikation im Unterschied zum wahrzunehmenden Alterungsprozess? Gibt es überhaupt Unterschiede zu anderen chronischen Krankheiten mit Todesfolge? Wie wird das Älterwerden bei den Überlebenden aus den HIV-Erstdiagnosejahren der 80er und 90er erlebt? Wie wird den normativen Geschlechts- und Lebensentwurfs-Zuschreibungen begegnet - Frustration oder Chance?

Diese Fragen sollen in einem offenen Forum mit kurzen Impulsreferaten, aus medizinischer und psychosozialer Perspektive, erörtert werden.

Mit Stefan Reck (Moderation; Community, Berlin),Dipl.-Psych. Torsten Denter (Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin), Michael Jähme (Community, Köln), Dr. Christoph Mayr (Schwerpunktpraxis, Berlin) und Hardy Selzer (Community, Berlin)

Raum 350


Psychotherapeutische Sprechstunde

Persönliche, offene Sprechstunde zu allen Fragen aus dem Bereich der Psychotherapie; eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Mit Stefan Cremer (Psychologe, Praxis, Berlin) und Arnd Bächler (Psychologe, Schwulenberatung, Berlin)

 

Raum 219


Darf's noch ein wenig Tripper sein?

Zu den inhaltlichen Grenzverschiebungen und Herausforderungen der sexualpädagogischen Aufklärungsarbeit mit Jugendlichen

Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, welches Wissen und welche Kompetenzen Jugendliche in ihrer Pubertät erlangen sollen, um sich und andere Menschen selbstbestimmt und eigenverantwortlich vor Gefahren zu schützen, die im Zusammenhang mit ihrer sexuellen Gesundheit stehen. Zudem ist zu klären, welche Akteure dies vermitteln sollen.

Reicht beispielsweise der biomedizinische Schulunterricht zu HIV/Aids aus? Wer soll Wissen über sexuell übertragbare Krankheiten an Jugendliche weitergeben? Wer ist zuständig für die Vermittlung der psychosozialen Aspekte einer HIV-Infektion? Gehört die Sensibilisierung für alternative Lebensweisen in den Bereich der Jugendprävention? Diese Fragen gewinnen vor dem Hintergrund der steigenden HIV/STD-Infektionen zunehmend an Relevanz. Aus diesem Grund möchten wir mit VertreterInnen von Präventionsprojekten darüber diskutieren, aber auch Eltern, SchülerInnen und Lehrende sollen zu Wort kommen.

Mit Thomas Wilke, B.A. (Moderation; Berliner Aids-Hilfe e.V.), Fabian Gringmuth (Mann-O-Meter, Berlin), Stefan Müller (Schoolwork-Teamsprecher, Berliner Aids-Hilfe e.V.), Sabine Kabuschubowski (Dipl. Sozialpädagogin, Aids-Hilfe Potsdam e.V.) und Gerhard Peters (Dipl. Sozialarbeiter, Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung, Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin)

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wird das aktuelle Handbuch Jugendprävention 2008 des Schoolwork-Teams der Berliner Aids-Hilfe e.V. vorgestellt, das neben Grundlagenwissen zu HIV/ Aids/STDs eine Vielzahl neuer Präventionsansätze und -methoden enthält.

12:30-13:30 Uhr  
 

Rotunde

Mittagessen in der Rotunde des 3. Obergeschosses 
 

13:45-15:15 Uhr  
 

Louise-Schroeder-Saal


Gefühltes Wissen - Wissen Fühlen Handeln - Wie funktioniert Prävention?

Experten beklagen nachlassendes Schutzverhalten – insbesondere bei schwulen und bisexuellen Männern, die als besonders infektionsgefährdet gelten. Die Infektionswege von HIV und der Schutz durch Kondome können gemeinhin als bekannt vorausgesetzt werden.

Wissen allein bewirkt also noch kein stabiles Schutzverhalten.

Gefühle wie etwa Verliebt Sein können das Handeln soweit beeinflussen, dass trotz besseren Wissens der Verstand abgeschaltet wird, und auf Schutzmaßnahmen verzichtet wird – der Kater kommt dann häufig später, wenn man besorgt auf das Ergebnis des HIV-Tests wartet.

Wie funktioniert Prävention in der breiten Masse und beim Einzelnen? Welche Aufklärungsmaßnahmen wirken tatsächlich? Welche Fragen müssen wir noch stellen, um HIV und STDs auch zukünftig wirksam zu bekämpfen?

Mit Dr. Ulrich Marcus (Moderation; Robert Koch-Institut, Berlin), Kai-Uwe Merkenich (Moderation; Berliner Aids-Hilfe e.V.), Marcus Behrens (Mann-O-Meter, Berlin), Dr. Michael Bochow (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH) und Axel J. Schmidt (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH)

Ferdinand-Friedensburg-Saal

Hinterm Horizont geht‘s weiter - Berichte vom Land am Rande · die Ukraine

Life continues beyond the horizon – Notes from a 'Fringe' Country – Ukraine

Deutsch und Englisch · Panel Discussion in German and English

In der Ukraine entwickelt sich seit Mitte der 90er Jahre eine HIV-Epidemie von gesellschaftsbedrohendem Ausmaß. Die Teilnehmer des Podiums stellen die Erfahrungen ihrer jeweiligen bilateralen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der HIV-Bekämpfung in der Ukraine dar. Woran können Erfolge länderübergreifender Kooperationsprojekte nachvollzogen und wie gemessen werden? Diese Fragestellung wird aus der Perspektive von sozialwissenschaftlicher Forschung, humanitären Hilfsprojekten, Klinikpartnerschaften und Gesundheits- und internationaler Politik erörtert.

Since the mid-1990s, Ukraine is facing an HIV-epidemic of huge proportions that threatens the social fabric of the country. Panel members will present their experiences of bilateral cooperation on combating HIV in Ukraine. How can successful transnational projects of cooperation be evaluated? This question will be addressed from the perspective of social research, humanitarian aid projects, hospital partnerships, health policies and international politics.

Mit Elfriede Steffan (Moderation; SPI-Forschung gGmbH, Berlin), Dr. Igor Oliynyk (The World Bank Office for Ukraine, Belarus and Moldava, Kiew), Ines Perea (Referat „Strategie der AIDS-Bekämpfung“, Bundesministerium für Gesundheit, Bonn), Ludger Schmidt (connect plus e.V., Augsburg) und Christoph Weber (Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin)

Herrmann-Waesemann-Saal

Ein Ausflug ins Grüne?

Viele von uns machen gerne mal einen Ausflug ins Grüne - aufs Land. Viele von uns kommen vom Land. Als Positive/r auf dem Land leben, davon wissen wir wenig. Das Leben positiver Menschen auf dem Land entzieht sich der öffentlichen Wahrnehmung.

Hier möchten wir über die Versorgungssituation von HIV-Positiven auf dem Land sprechen. Existiert eine Infrastruktur? Gibt es kompetente medizinische Versorgung? HIV-Medikation und Praxisbudgetierung von Landärzten - funktioniert das? Existieren Ängste im Warte- oder Behandlungszimmer? Haben die Gesundheitsversorgenden in den Praxen, Zentren und Ämtern Möglichkeiten zur spezifischen Weiterbildung? Werden diese genutzt? Funktionieren Positiv-Coming-Outs? Wie leben positive Männer und Frauen Partnerschaften, Familie, soziale Gemeinschaft? Wo findet Austausch statt? Die ReferentInnen berichten von ihren Alltagserfahrungen.

Mit Dr. Bettina Hintsche (Moderation; Schwerpunktpraxis, Berlin), Ernst-Friedrich Heider (HIV- und AIDS-Seelsorge, Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover), Dr. Thomas Seidel (Universitätsklinik, Jena) und N.N.

Raum 319


HIV und Alter II

Aufbauend auf dem vorangegangenen Workshop, HIV und Alter I, wird hier der Frage nachgegangen, welche Möglichkeiten der Versorgung für HIV-Infizierte und Aidskranke, abseits der heteronormativen und restsozialstaatlichen Modelle überhaupt bestehen.

Die Notwendigkeit einer Vorsorge für das Alter schien lange Zeit nicht gegeben. Vorstellungen vom doppelten Coming-Out im Pflegeheim, bei körperlicher, sozialer und ökonomischer Abhängigkeit, sind angstbesetzt. Hier werden Alternativen zu Mainstream-Pflege- und Versorgungseinrichtungen aufgezeigt, konkrete Projekte vorgestellt und die politischen Rahmenbedingungen der Versorgung befragt. Im Alter gut versorgt?

Mit Thomas Erben (Moderation; Berliner Aids-Hilfe e.V.), Dr. Marco Pulver (Schwulenberatung, Berlin), Hardy Selzer (Community, Berlin), Markus Wickert (Berliner Aids-Hilfe e.V.) und Michael Münch (Felix-Pflegeteam gGmbH, Berlin)

Raum 350


ART zum Spritzen

Erfahrungsaustausch und Hilfestellung mit Pflegekräften und Betroffenen am Beispiel der Fuzeon®-Gabe

In diesem Workshop werden die Zubereitung und der sichere Umgang mit subkutanen Injektionen demonstriert. Mögliche Nebenwirkungen und deren Behandlungen werden von Betroffenen und Pflegekräften diskutiert. Dieser Workshop ist offen für alle Interessierte. Wir freuen uns auf eine engagierte Runde.

Mit Inge Banczyk (Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin), Ralf Hackbarth (Schwerpunktpraxis, Berlin) und Angelika Markowski (Felix Pflegeteam gGmbH, Berlin)

Raum 219


Fit für die Prävention - Eine Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer

Workshop A · Aktualität von HIV/Aids

Vor dem Hintergrund des drastischen Anstiegs der HIV-Neuinfektionen in Deutschland unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit 2002 ist eine kompetente und effektive Präventionsarbeit so wichtig wie nie zuvor. Der Schule kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da Jugendliche hier grundlegende Kompetenzen und Wissen für den Umgang mit ihrer Sexualität erwerben sollen. Gleichzeitig wird die schulische Thematisierung von Sexualität und HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs) von Seiten der Lehrenden jedoch oft als problematisch erlebt. Ziel dieser Fortbildung ist neben der Vermittlung von aktuellem Wissen zu HIV/Aids/STDs vor allem die Erarbeitung praxisbezogener Methoden und Materialien, die im Unterricht eingesetzt werden können. Sie richtet sich explizit an Lehrende aller Fächer und besteht aus drei Modulen:

A · Aktualität von HIV/Aids

B · Biomedizinische Grundlagen zu HIV/Aids/STDs

C · Psychosoziale Aspekte/Leben mit HIV

Mit dem Schoolwork-Team der Berliner Aids-Hilfe e.V.: Antonia Antow, Christine Bartho, Tanja Bernhardt, Lydia Grund, Franziska Gutsche, Ramona Keuchel, Sven Kilian, Phil C. Langer, Stefan Müller, Birte Seffert und Thomas Wilke

Teilnahmebescheinigungen für diese Fortbildungsveranstaltung werden von der Berliner Aids-Hilfe e.V. ausgestellt. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf 16 beschränkt. Anmeldungen bis zum 10.09.08 erbeten unter schoolwork@berlin.aidshilfe.de.

15:30-17:00 Uhr  
 

Louise-Schroeder-Saal


GlaxoSmithKline-Symposium:

HIV schützt vor nichts - HIV Behandlung muss mehr als HAART können

Eine effektive Viruslastsenkung und somit eine Verringerung der Sterblichkeit sind mittlerweile selbstverständliche und für viele Patienten in der Regel erreichbare Ziele der modernen HIV-Therapie. Doch wie hat sich seit Einführung der HAART die Realität für HIV-Patienten und -Behandler verändert? HIV-unabhängige Erkrankungen wie Leber-, Nieren- und Herzerkrankungen, die bisher nicht im Vordergrund standen, stellen Patienten wie auch Behandler zunehmend vor neue therapeutische Herausforderungen. Und es ergeben sich somit neue Fragestellungen. Welches sind die neuen Schwerpunkte der klinischen Forschung zum Thema HIV-/AIDS-unabhängige Erkrankungen? Welche Bedeutung haben diese neuen Schwerpunkte in der täglichen Praxis? Welche neuen Fragen ergeben sich für die HIV-/AIDS-Beratung? Lässt sich die Therapie zukünftig weiter optimieren und den individuellen Bedürfnissen der Patienten anpassen?

Mit Dr. Heribert Knechten (Moderation; Schwerpunktpraxis, Aachen), Dr. Christoph Mayr (Schwerpunktpraxis, Berlin), Prof. Dr. Matthias Stoll (Medizinische Hochschule, Hannover) und Engelbert Zankl (Münchner Aids-Hilfe e.V.)

Ferdinand-Friedensburg-Saal

Gilead-Symposium:

HIV im Dialog - Hilfe durch Dialog

Das HIVCENTER des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, ist das größte universitäre HIV-Behandlungs- und Studienzentrum Deutschlands mit dem einzigen Lehrstuhl für HIV-Therapie. Um das Wissen und die Erfahrungen des Zentrums auch überregional zugänglich zu machen, engagiert sich das HIVCENTER für Kompetenztransfer durch Fortbildungen, internationale Austauschprogramme und Trainingsaktivitäten innerhalb der International Partnership on HIV. Dr. Pavel Khaykin stellt ein Kooperationsprojekt in Kiew, Ukraine, vor.

Mit einem Bildervortrag erzählt der Arzt Christian Jellinek von seinen Erfahrungen über den Aufbau eines Substitutionsprojektes in Hanoi, Vietnam. Er geht Fragen persönlicher Motivation für ein Projekt in einer fremdem Kultur nach und beschäftigt sich mit der Bedeutung von Sprachmittlung über das bloße Übersetzen von Inhalten hinaus: HIV und Drogenabhängigkeit verlangen nach moderiertem Dialog!

Mit PD Dr. Keikawus Arastéh (Moderation; Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin), Christian Jellinek (Ambulanz für integrierte Drogenhilfe, Berlin-Neukölln) und Dr. Pavel Khaykin (HIV-Schwerpunkt im Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

Herrmann-Waesemann-Saal

Frauenforum - Gesund leben mit HIV

20 Prozent der Menschen, die in Deutschland mit HIV/AIDS leben, sind Frauen. Seit langem gibt es zahlreiche Hinweise auf geschlechtsspezifische Unterschiede sowohl im Verlauf der HIV-Infektion als auch bei der Verträglichkeit der antiretroviralen Therapie. In der täglichen Praxis wird diesen Unterschieden jedoch häufig zu wenig Rechung getragen. Worauf sollten betroffene Frauen achten (zum Beispiel bei der täglichen Ernährung oder der gynäkologischen Konsultation)? Welche Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie sind bei Frauen besonders häufig und wie kann man sie feststellen? Welche Rolle spielen die weiblichen Geschlechtshormone, welche die soziale Herkunft? Wir wollen einige geschlechtsspezifische Aspekte näher beleuchten und versuchen, HIV-positive Frauen möglichst praxisorientiert über die Besonderheiten ihrer HIV-Infektion zu informieren, und ihnen Tipps geben, wie sie ihr Immunsystem fit halten.

Mit Claudia Rey (Moderation; Berliner Aids-Hilfe e.V.), Dr. Julia Bergmann (Ärztin, Beratungsstelle für sexuell übertragbare Erkrankungen und AIDS des Gesundheitsamts Mitte, Berlin) und Melanie Reichl (Dipl. oec. troph./ Ernährungsberaterin, Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin)

Raum 319


EKAF - Konsequenzen für den Alltag?

Die Community diskutiert

In der Schweizerischen Ärztezeitung erschien am 30.01.2008 ein Artikel, in dem die Eidgenössische Kommission für AIDS-Fragen erklärt: „Eine HIV-infizierte Person unter funktionierender antiretroviraler Therapie gibt das HI-Virus über Sexualkontakte nicht weiter. Dies ist eine gute Nachricht für Paare, bei denen ein Partner HIV-positiv und seit über 6 Monaten unter funktionierender Behandlung ist und keine andere sexuell übertragbare Krankheit hat.“

Seit Monaten nun wird aufgeregt über dieses Statement diskutiert. Beinhaltet dieses Statement tatsächlich eine Entlastung für Positive, insbesondere für diskordante Paare? Trägt diese Erklärung zur Entstigmatisierung von HIV-positiven Menschen bei? Hat sich überhaupt etwas geändert? So lauten die Einstiegsfragen in eine spannende Diskussion.

Mit Corinna Gekeler (Moderation; Dipl. Politologin, Redakteurin, Berlin), Jens Ahrens, M.A. (Berlin), Götz Bähr (Berlin), Matthias Hinz (Berlin) und Michael Jähme (Köln)

Raum 350


Persönliche Sprechstunde

Persönliche, offene Sprechstunde zu allen Fragen rund um die wissenschaftlichen Veranstaltungen von HIV im Dialog 2008 zu ART, Compliance und opportunistischen Infektionen.

Mit Peter Kreckel (Schwerpunktpraxis, Berlin) und Dr. Anja Masuhr (Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin)

Raum 219


Fit für die Prävention - Eine Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer

Workshop B · Biomedizinische Grundlagen zu HIV/Aids/STDs

Mit dem Schoolwork-Team der Berliner Aids-Hilfe e.V.
17:30-18:30 Uhr  
   

Ferdinand-Friedensburg-Saal

Nachlese - Internationale Aidskonferenz - Mexico City 2008

Unter dem Motto Universal Action Now fand am 3. bis 8. August 2008 die 17. World AIDS Conference in Mexico City statt.

Die alle zwei Jahre in unterschiedlichen Städten stattfindende Konferenz startete mit geringer TeilnehmerInnenzahl 1985 in Atlanta. Mittlerweile hat sie sich zur größten und bedeutendsten internationalen Konferenz zum Themenkomplex entwickelt. Die Organisatoren, die IAS (International Aids Society) in Kooperation mit mehreren internationalen und lokalen Partnern, konnten in Mexico City mehr als 25000 BesucherInnen zählen.

Die Vergaberichtlinien für die Konferenzstädte schließt seit 1992 Länder aus, die den kurzfristigen Aufenthalt für Menschen mit HIV/AIDS einschränken und/oder potentielle HIV-positive BesucherInnen verpflichten, ihren HIV-Status auf dem Visumantrag oder in anderen, für die Einreise in das Land erforderlichen Dokumente offen zu legen.

In dieser Nachlese werden wissenschaftliche, medizinische und politische Programmpunkte der Konferenz vorgestellt.

Mit Silke Klumb (Moderation; Deutsche AIDS-Hilfe e.V., Berlin), PD Dr. Keikawus Arastéh (Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin) und Dr. Ulrich Marcus (Robert Koch-Institut, Berlin)

Herrmann-Waesemann-Saal

Die bewegte Frau - So lange ich mich spüre, lebe ich!

So lange ich mich spüre, bewege, atme … lebe ich! Dabei kommt es nicht auf die Größe der Bewegung an, sondern auf ihre Intention. Die Bewegung beginnt beim Atmen, alles Weitere kommt von allein ... In diesem Workshop wollen wir uns damit auseinandersetzen, wie wir im Leben stehen, wann wir uns selbst die Luft nehmen und was es uns so schwer macht, Bedürfnisse zu erkennen und zu äußern (zum Beispiel gegenüber der behandelnden Ärztin). Auf der Spur nach diesen Fragen wird u. a. mit tanztherapeutischen Elementen gearbeitet. Einzige Vorraussetzung: Neugier.

Mit Alexandra Rohe (Moderation; Dipl. Psychologin, MORE - Management- und Organisationsentwicklung, Berlin), Kerstin Hübner (Ärztin, Dipl. Psychotherapeutin, Tanztherapeutin, Berlin), Dr. Alexandra Lingesleben (Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Berlin) und Pit (Community, Berlin)

 

 

 

Raum 219

Fit für die Prävention - Eine Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer

Workshop C · Psychosoziale Aspekte/Leben mit HIV

Mit dem Schoolwork-Team der Berliner Aids-Hilfe e.V.

19:30 Uhr

 

 

Rotes Rathaus Berlin

Reminders Day Aids Gala

Im Rahmen der Reminders Day Aids Gala wird seit 2001 der Reminders Day Award an Menschen verliehen, die sich besonders im Kampf gegen HIV und Aids engagieren.

 
 

zum Tagesprogramm Freitag 12. September 2008