| Im Rahmen der AIDS-Aktionswoche
1998 fand der erste HIV im Dialog im Haus der Kulturen der Welt statt. Über
10 Jahre hinweg konnten die Einzigartigkeit und Heterogenität des Kongresses bewahrt bleiben.
Maßgeblich dafür verantwortlich ist die Mischung der Veranstalter aus der
'Positiven-Community', den Selbsthilfeorganisationen, den sozialen und
psychologischen Gesundheitsversorgenden, den MedizinerInnen,
WissenschaftlerInnen und nicht zuletzt den BesucherInnen von HIV im Dialog.
Damals wie heute war das Themenspektrum durch die vielfältigen
Implikationen vom Leben mit HIV und Aids bestimmt. Das sich immer wieder
verschiebende Spektrum zu benennen, aktuelle Entwicklungen zu begleiten,
kontrovers und ergebnisoffen zu diskutieren, auch mit VertreterInnen der
Industrie oder mit Verantwortlichen aus der Landes- und Bundespolitik,
gehört zu den besonderen Merkmalen, die HIV im Dialog ausweisen.
Und so lautet das Motto des 10-jährigen Jubiläums-Dialogs folgerichtig -
Vom Leben Reden - Vom Leben mit HIV und Aids.
In diesem Jahr wird es einen Schwerpunkt zu neurologischen- und
psychiatrischen Komplikationen bei HIV/Aids geben, welcher der zunehmenden
Bedeutung von 'Neuro-Aids' Rechnung tragen möchte. Darüber hinaus werden in
weiteren Veranstaltungen psychologische und sozialpsychologische Aspekte bei
einer HIV-Infektion thematisiert.
Was bedeutet die Gesundheitsreform für den Alltag von HIV-Positiven? Welche
Konsequenzen leiten sich daraus für ein solidarisch gedachtes
Gesundheitsversorgungssystem ab? Wie können die HIV-Schwerpunktpraxen ihre
Qualitätsstandards erhalten? Wo bleiben die Selbsthilfeorganisationen? Wie
können bestehende Netze ausgebaut und erhalten bleiben? Diese Fragen
umreißen einen weiteren Schwerpunkt von HIV im Dialog 2008.
Seit der etwa 25 Jahre andauernden öffentlichen Auseinandersetzung mit der
Pandemie HIV/Aids tauchen immer wieder Schlagzeilen auf, die das Ende von
Aids und den Sieg über HIV verkünden. Schon 1984 ließ sich die damalige US
Gesundheitsministerin Margaret Heckler zu der Prognose hinreißen: "In
wenigen Jahren wird es einen Impfstoff geben und AIDS wird bis 1990 heilbar
sein" - Schlagzeilen, die an Popularität, entgegen den Erfahrungen der
vergangenen Jahre, ungebrochen sind.
Angebote zur Primärprävention, insbesondere zur Jugendprävention, sind
daher ständige Begleiter von HIV im Dialog auch in 2008.
Natürlich sind große Hoffnungen mit der Forschung verbunden, da es
Wissenschaftlern im Labor erstmals gelungen ist, aus menschlichen Zellen das
HIV-Erbgut mit Hilfe eines Enzyms zu entfernen. Wann und ob sich daraus eine
effiziente HIV-Therapie ableiten lässt, ist zurzeit nicht abzuschätzen.
Wohin also geht die HIV-Behandlung? Wohin geht die Forschung?
HIV im Dialog 2008 thematisiert außerdem:
Den immer bedeutender werdenden Komplex HIV und Alter, die Situation von
MigrantInnen mit HIV/Aids, Sexarbeit, Frauen und HIV/Aids, Positiv am
Arbeitsplatz, Wohnen und Leben mit Hartz IV, Stoffwechsel-Entgleisungen,
Informationen zur HAART, Nebenwirkungen und Aids-Manifestationen, Hepatitis
C, Sexuell übertragbare Krankheiten und HIV/Aids auf dem Land.
Darüber hinaus werden im Rahmen eines Präventionspodiums die Konsequenzen
aus der Stellungnahme der Eidgenössischen Kommission für AIDS-Fragen zur
Infektiosität HIV-Infizierter unter antiretroviraler Therapie hinterfragt.
Auch in 2008 möchten wir über den eigenen Tellerrand schauen. Daher wird
die Situation von HIV-Positiven und an Aids erkrankten Menschen in China,
Vietnam, Bangladesh und Osteuropa zum Thema gemacht.
Vom Leben Reden ist das Motto des 10-jährigen Dialogs. Dazu möchten wir
Sie in Diskussionsrunden, Workshops und Informationsveranstaltungen ins Rote
Rathaus unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters, Klaus
Wowereit, einladen!
Wir freuen uns auf Ihre Kommentare, Anregungen, Kritik und ganz besonders
auf Ihre aktive Teilnahme an HIV im Dialog 2008.
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Der Schirmherr:
Klaus Wowereit
Regierender Bürger-
meister von Berlin
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